Wcall-Ratgeber · Betrugsanrufe

Schockanruf von der "Polizei": was tun?

"Ihre Tochter hat einen schweren Unfall verursacht. Ein Mensch ist gestorben. Damit sie nicht in Untersuchungshaft muss, ist sofort eine Kaution fällig." Im Hintergrund weint jemand. So funktioniert der Schockanruf - und so bricht ihn eine Zwei-Minuten-Prüfung.

So läuft der Schockanruf ab

Der Anruf beginnt mit einem Schock: ein tödlicher Unfall, eine Festnahme, eine Notoperation. Am Telefon spricht ein ruhiger "Polizist", "Staatsanwalt" oder "Arzt"; im Hintergrund schluchzt eine Stimme, die Ihr Kind sein soll. Der Schock ist das Werkzeug: Er schaltet genau den Teil des Denkens ab, der sonst prüfen würde.

Dann kommt die Lösung gegen Geld: eine "Kaution", eine "Behandlungsgebühr", eine "Vergleichszahlung". Das Geld oder Wertsachen holt ein "Gerichtsbote" ab, oder es soll sofort überwiesen werden. Häufig wird verlangt, in der Leitung zu bleiben, bis alles erledigt ist - damit Sie niemanden anrufen können.

Das Display zeigt dabei manchmal eine echte Behördennummer: Rufnummern lassen sich fälschen (Spoofing). Eine angezeigte Nummer beweist nichts - weder 110 noch die Nummer der örtlichen Wache.

Woran Sie den Betrug sofort erkennen

  • Eine "Behörde" will Geld am Telefon. Die echte Polizei verlangt niemals Kautionen oder Wertsachen und holt nichts ab - in keinem Fall.
  • Sie sollen in der Leitung bleiben. Einziger Zweck: Sie am Gegenprüfen zu hindern.
  • Weinende Stimme, die kaum spricht. Das "Kind" sagt zwei Sätze und wird weggeführt - so muss die Stimme den Vergleich nicht bestehen.
  • Geheimhaltung. "Erzählen Sie niemandem davon, das Verfahren ist vertraulich."

Was tun - Schritt für Schritt

  1. Auflegen. Ohne Diskussion, ohne Erklärung. Das dürfen Sie: Betrüger haben kein Recht auf Höflichkeit.
  2. Rufen Sie Ihr Kind auf der gespeicherten Nummer an. Nicht auf der Nummer aus dem Anruf - auf der aus Ihrem Telefonbuch. Das ist Out-of-Band-Verifikation: ein zweiter Kanal, den die Täter nicht kontrollieren. Fast immer meldet sich das "verunglückte" Kind gesund von der Arbeit.
  3. Nicht erreichbar? Partner, Geschwister, Arbeitgeber anrufen - ein echter Unfall bestätigt sich über mehrere Kanäle.
  4. Melden Sie den Anruf der echten Polizei unter 110 oder bei der örtlichen Wache - Sie helfen damit den nächsten Angerufenen.

Wenn schon gezahlt wurde

Sofort die Bank anrufen und die Überweisung zurückholen lassen; bei Bargeld- oder Schmuckübergabe sofort 110 mit Täterbeschreibung. Erstatten Sie in jedem Fall Anzeige - auch online über die Internetwache Ihres Bundeslandes. Und seien Sie nicht beschämt: Diese Anrufe sind industriell organisiert und auf besonnene Menschen zugeschnitten.

Machen Sie die Prüfung zur Ein-Tipp-Gewohnheit

Die Rettung ist immer derselbe Griff: die echte Person über den eigenen Kanal erreichen. Wcall macht daraus einen Knopf: Gibt sich ein Anrufer als Familienmitglied aus - oder behauptet, ihm sei etwas zugestoßen -, tippt man auf Prüfen, und Wcall erreicht die echte Person auf der gespeicherten Nummer: Push in die Wcall-App oder SMS-Code. Bestätigung vom echten Telefon - oder auflegen.

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Häufige Fragen

Ruft die echte Polizei jemals an und verlangt Geld?

Nein. Niemals, in keiner Variante. Allein die Geldforderung entlarvt den Anruf.

Im Display stand die Nummer der Polizei. Wie geht das?

Rufnummern lassen sich fälschen (Spoofing). Eine angezeigte Nummer ist kein Beweis - prüfen Sie über eine Nummer, die Sie selbst kennen. Mehr zur Verwandten-Variante: Ratgeber Enkeltrick.

Und wenn wirklich etwas passiert ist?

Ein echter Notfall übersteht die Prüfung: Sie erreichen Ihr Kind oder die Familie in wenigen Minuten über die echten Nummern - und können dann sicher helfen.